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Mit Klarinetten und Trompeten anstelle von Joints im Mund konnten die als Hippies und Blumenkinder verkleideten Musikanten begeistern. (Bild: Christoph Heer)
CHRISTOPH HEER
AADORF. Das war wahrlich ein Spektakel, als die Mitglieder der Musikgesellschaft Aadorf unter der Leitung von Marco Frischknecht, zum zweiten Teil des Konzertes am Samstagabend als Hippies aus der Flower-Power-Zeit auf die Bühne kamen. Als die langhaarigen, farbig bekleideten und mit Schriftzügen – gegen den Krieg und für die Liebe – ausgestatteten Musikanten sich ihren Weg durch die Menge suchten, erlebte das Gemeindezentrum wohl einen noch nie dagewesenen Applaus.
Wie zu den richtigen Hippies gehörend, fehlten auch die vielen Joints – natürlich keine echten – nicht. Wobei einem Musikanten könnte es trotzdem etwas in den Kopf gestiegen sein, fiel ihm doch das Instrument samt Notenständer aus den Fingern. Was folgte, war ein eher schadenfreudiges Lachen und Raunen im Saal. Genau solche Szenen sind es, die dem Publikum gefallen, denn das macht die ganze Angelegenheit real, lebendig und halt eben menschlich, so wie es an einem Unterhaltungsabend sein muss.
Die Unterhaltung lebte von seiner Kurzweiligkeit. Dafür sorgten sicher die Interpretationen der Musikgesellschaft Aadorf. Man kam in den Genuss vom Marsch «San Carlo», dem Solostück «Caucho» mit Solist Paul Fässler, dem Evergreen «Marmor, Stein und Eisen bricht» oder passend zum Abend «Flower Power». Aber auch die Jugendband Dynamic und der Tambourenverein aus Elgg, brachten Schwung in den Saal.
Die Tambouren trommelten, was das Zeug hielt, synchron und in Verstärkung von den Pfeifern. Für Maria Bieri aus Aadorf hat sich ein Kommen mit ihren Eltern und ihrer Tante auf alle Fälle gelohnt. «So zwischendurch gönne ich mir einen Unterhaltungsabend. Hier natürlich, weil meine Schwester mit auf der Bühne ist», sagte sie lachend. Nur lobende Worte fand für den Tambourenverein. «Die sind schon echt cool. Sowieso finde ich den ganzen Abend überaus gelungen.»
Sichtlich wohl auf der Bühne fühlte sich auch Roman Engeler. Gekonnt und witzig führte er durch den Abend und erfreute sich am sehr gut gefüllten Gemeindezentrum.
Quelle Thurgauer Zeitung
weitere Bilder zu Flower Power
http://www.regidieneue.ch/xml_1/internet/de/application/d1/d46/f112.cfm
Feinschliff für «Flower-Power»
Das Motto des nächsten Unterhaltungsabends der Musikgesellschaft Aadorf mag auf den ersten Blick etwas untypisch klingen, mutierte doch der Begriff «Flower-Power» Mitte der 1960er Jahre zum Schlagwort der Hippie-Bewegung.
Seit mehr als einem Monat üben die Mitglieder der Musikgesellschaft Aadorf eifrig für den Unterhaltungsabend vom 31. März 2012. Als Motto haben die OK-Verantwortlichen «Flower-Power» gewählt, das Schlagwort der Hippie-Bewegung, die vor knapp 50 Jahren aufkam und von einem humaneren sowie friedlicheren Leben träumte, in der Tat aber für Gesetzeslosigkeit oder Drogensucht stand.
Nun, auf den ersten Blick mag «Flower-Power» wenig mit einem soliden Vereinsleben, wie es die MG Aadorf pflegt, zu tun haben. Auch ist ein Musikverein kaum in Batikgewändern oder «Heiland-Sandalen» unterwegs und lässt sich mit Räucherstäbchen oder anderen Glimmstängeln musikalisch inspirieren. Die wohl einzige Gemeinsamkeit beschränkt sich auf die Musik, die sowohl bei den Hippies als auch bei den Mitgliedern der MG Aadorf einen hohen Stellenwert geniesst.
Ob das Gemeinde- und Kulturzentrum, in dem am 31. März ab 20 Uhr der Unterhaltungsabend über die Bühne gehen wird, sich als Konkurrenzarena zum berühmt berüchtigten Woodstock-Festival etablieren kann, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall wird ein abwechslungsreiches Musikprogramm serviert, an dem es an der einen oder anderen Überraschung nicht fehlen wird.
(Roman Engeler)

Dirigent Marco Frischknecht setzt bei seinen Musikantinnen und Musikanten zum Feinschliff an.
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